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Asien

Die Chinesische Teezeremonie

Chinesische Teezeremonie

Die chinesische Teekultur ist weltweit die älteste, denn auch die japanische Zeremonie hat ihre Wurzeln in China. Auch als Teekunst bezeichnet, wurde sie früher in öffentlichen Teehäusern ausgeübt und wird heute Großteils nur noch im Süden von China praktiziert. In Familien wird Tee als Wertschätzung an Gäste ausgeschenkt und gehört zum alltäglichen Leben dazu. Meist wird ungesüßter Grüner Tee getrunken.
In der chinesischen Teekultur gibt es drei verschiedene Schulen der Teekunst, die in drei verschiedenen Epochen entstanden sind. Die erste Zeremonie entstand in der Tang-Phase, bei der pulverisierter Tee zusammen mit Wasser und einer Brise Salz gekocht wurde. In der Song-Dynastie wurde die Teekunst verfeinert und das Teepulver wurde mit heißem Wasser aufgegossen und mit einem Bambusbesen schaumig geschlagen, wobei die Kunst des Teemeisters darin lag, den Schaum möglichst fest zu schlagen. Die jüngste und wahrscheinlich bekannteste Teezeremonie heißt „Gongfu Cha“, die in der Ming-Phase entstanden ist und bei der ganze Blätter von Oolong Tee verwendet wurde.
Bei der Teezeremonie wird das Geschirr vom Teemeister zuerst mit heißem Wasser gereinigt, dann folg ein komplizierter Ablauf der Teezubereitung: der erste Aufguss wird weggelehrt, da hier die Bitterstoffe aus den Blättern gezogen wird, der zweite Aufguss wird nach ganz kurzer Ziehzeit (10 bis 30 Sekunden) auf die kleinen Teeschalen aufgeteilt. Die Aufgüsse werden mehrmals wiederholt, wobei bei jeder Runde die Ziehzeit um 10 Sekunden verlängert wird – dies kann bis zu 15mal durchgeführt werden, dabei schmeckt jeder Aufguss anders.

Die Japanische Teezeremonie (chá-no-yu)

Teekultur Japan

Ursprünglich war es eine japanische Form der geselligen Zusammenkunft. Im Mittelalter entstand unter dem Einfluss des Buddhismus und des Taoismus daraus eine hochritualisierte Form der Glaubensausübung, die sogar in eine Lebenseinstellung gipfelt (Cha Do = der Teeweg). In Japan sind im Laufe der Jahrhunderte, nachdem der Tee im 12. Jahrhundert aus China ins Land gekommen war, viele Teeschulen entstanden, in denen man den Teeweg ­ Chá Do oder Chá no Yu ­ erlernen kann. Vor allem im 16. Jahrhundert haben bürgerliche Kreise aus der edlen und sogar geheimen Kunst der Samurai und der meditativen Gelassenheit der Zen-Mönche einen Übungsweg geformt, der noch heute in alter Tradition weitergegeben wird. Zubereitung und Genuss des Tees sind stark ritualisiert. Zunächst werden mit genau bemessenen Schritten, die wie ein meditativer Tanz wirken, die Teegeräte in den Raum getragen. Dann faltet der Gastgeber auf sehr komplizierte und konzentrierte Weise ein Seidentuch, mit dem alle Geräte zuerst gesäubert werden. Dabei wird nicht der Staub von den Teegeräten gewischt, sondern der eigene Herzens-Spiegel wird gereinigt, damit es frei von Hektik und Sorgen wird. Erst so kann man sich ganz dem Tee und den Gästen „schenken“. Der Gastgeber bereitet nun für alle Gäste eine Schale Tee zu. Am Ende des Rituals werden wieder alle Geräte geputzt und in umgekehrter Reihenfolge wie zu Beginn der Zeremonie hinausgetragen. Die ganze Handlung wird gleichsam spielerisch zurückgenommen.

Auf unbefangene Zuschauer wirkt das komplizierte Ritual. Die ruhig fließenden Bewegungen üben einen fast magischen Zauber aus. Die tiefe Ruhe und der innere Friede, der von ihnen ausgeht, teilt sich unmittelbar mit. Es ist, als wäre man in eine Welt der Stille, des Friedens und der Harmonie eingetaucht. Die gesamte Hektik des Alltags ist vergessen, alle Sorgen, die uns geplagt haben, sind verflogen. Man fühlt sich eins mit dem Gastgeber und den anderen Gästen. Wasser erhitzen, Tee schlagen und trinken, und das alles in vollkommenem Einklang mit sich selbst, den Gästen, den Jahreszeiten, der gesamten Umwelt, so dass sich die Welt in einer Schale Tee rundet und wir plötzlich wie mitten im „Paradies“ sitzen. Dabei kommt es beim Teeweg keineswegs auf Vollkommenheit an. Vielmehr wird geradezu die Unvollkommenheit perfektioniert. Die Hütten, in die man sich zur Teezeremonie zurückzieht, sind schlicht und einfach gebaut, nach dem Vorbild indischer Einsiedler haben sich schon sehr früh japanische Mönche in schlichte Berghütten zurückgezogen, um dort zu meditieren, sich selbst zu finden. Aber die Kaufleute des 16. Jahrhunderts, die den Teeweg wesentlich beeinflusst haben, wollten sich nicht in die Einsamkeit abgelegener Berge begeben. Ihnen genügte es, mitten in der Hauptstadt Hütten im Stil einer Berg-Einsiedelei zu errichten. Dorthin zogen sie sich für einige Stunden zurück, um bei der Zubereitung des grünen Tees wieder zur Ruhe zu kommen.

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Gewürztee von indischen Caiwallas

Indische Teekultur

Ursprünglich ist Chai (es gibt mehrere Schreibweisen dieses Wortes) das indische Nationalgetränk und im Wesentlichen handelt es sich um einen Tee mit Gewürzen. Daher wird er auch Masala-Chai genannt (Masala könnte man mit „Gewürzmischung“ übersetzen). Der heiße Tee wird auf der Straße von sogenannten Chaiwallas (Teeverkäufern) angeboten. Bei einem klassischen Masala-Chai nach indischer Art ist zumeist ein kräftiger Assam-Tee die Basis. Dieser wird eine jeweils spezielle Gewürzmischung aus Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken beigefügt, wobei durchaus auch Grüne Tees und andere geheime Köstlichkeiten beigemischt werden. Getrunken wird der Gewürztee immer mit Milch und etwas Zucker oder Honig. Der Tee wird mit Wasser, Milch, Gewürzen und Zucker immer wieder aufgekocht und dann kusntvoll aus einer großen Aluminiumkanne in großem Bogen in kleine Cups gegossen. Die Stammkunden kennen schon die Qualität ihres Chaiwallas, die alle ihr eigenes Geheimrezept verwenden. Früher wurde der Chai in kleinen, nur an der Sonne getrockneten, Toncups getrunken. Durch die heute weit  verbreitete Verwendung von Plastikbechern wurde diese traditionelle Zubereitungsart leider nahezu verdrängt.

chai walla

Chai wird in Indien nur heiß getrunken, denn heißer Tee ist auch bei großer Hitze bekömmlich. Chai, in Sanskrit sogar schon vor 2.500 Jahren bekannt, hat seine Wurzeln in der Gesundheitslehre Ayurveda. Die wohltuende Wirkung des Tees auf Körper und Geist ist aus Ayurveda-Sicht leicht zu erklären: Koffein belebt, regt an, aber nicht auf. Milch als Synthese von Tier und Pflanze rundet den Geschmack ab und wirkt bekanntlich gehaltvoll durch Proteine. Honig – die Perfektion der Süße – ist im Ayurveda ein bekanntes Mittel, Substanzen zu transportieren und zu bewahren. Die Gewürzzugaben sind nach ayurvedischen Gesichtspunkten mit scharfen und kühlenden Elementen gut ausbalanciert und sorgen nach Ayurveda für eine Anregung von Kreislauf und Verdauung sowie für ein höheres Wohlgefühl durch stimulierende, wärmende Effekte.

Die amerikanische Erfindung, den Tee mit aufgeschäumter Milch, also als Chai Latte, zuzubereiten, ist auch bei uns zu einem wahren Trend geworden. Chai eignet sich jedoch auch als erfrischendes Kalt-Getränk. Er ist z.B. eine köstliche Alternative zu Eiskaffee, indem er auf Eiswürfel gegossen oder mit einer Kugel Eis serviert wird.

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Die Russische Teestunde

Von alters her spricht man in Österreich vom „Russischen Tee“ und meint eigentlich damit einen Schwarzen Tee. In England hingegen versteht man unter „Russian Tea“ immer Schwarzen Tee mit Zitrone. Eines ist aber sicher, die Russen waren und sind immer noch große Teetrinker, mit einem Verbrauch von fast 1 Kilo pro Person und Jahr, also der vierfache Bedarf im Vergleich zu den Mengen österreichischer Teetrinker.

Traditionell wird Tee in Russland mit einem Samowar zubereitet – einem Heißwassergerät, das elektrisch oder mit Holzkohle beheizt wird. In einer kleinen Kanne, die auf dem Samowar steht, wird ein starkes Teekonzentrat zubereitet. Ein wenig von dem fertigen Konzentrat wird dann in ein Teeglas gegeben und mit heißem Wasser aus dem Samowar verdünnt. Der Schwarze Tee wird gerne gesüßt getrunken, dazu nimmt man einen Löffel süßer Ribisel-Marmelade in den Mund und trinkt dazu den herb-bitteren Tee.

Und warum nennt man dann in unseren Breiten den Schwarztee oft „Russischen Tee“? Der Tee kam bis zum Ende des 18. Jahrhunderts oft auf dem Landweg aus Asien nach Europa. Dieser Weg – oft auf Karawanen – führte durch Russland. Also sprach man vom „Russischen Tee“. In Russland, insbesondere in Grusinien, wird teilweise Tee auch selbst angebaut, jedoch sind diese Qualitäten nicht für den Export geeignet. Entlang der Transsibirischen Eisenbahn, wo die Züge nahezu bei jeder Haltestelle anhielten, gab es immer einen sogenannten „Bahnhofssamowar“, in dem große Mengen siedenden Wassers für die Fahrgäste  vorbereitet waren. Die meisten Reisenden hatten ihren eigenen Tee mit – also ihr Teekonzentrat – und haben ihn mit dem heißen Wasser zubereitet und sich innerlich gewärmt.

Kräftiger Schwarzer Tee in der Türkei

„Cay“ oder „Rize Cay“ wird der Türkische Schwarze Tee genannt, der als Nationalgetränk der Türken bekannt ist und rund um die Uhr und in jeder Jahreszeit gerne getrunken wird. Der Tee wird im Samowar – also in 2 Kannen – „Semaver“ genannt, zubereitet und ist besonders kräftig im Geschmack.

Türkische Teekultur

Die Teezeremonie
In Lokalen oder Teegärten „Cay Bahcesi“ wird der Tee aus dem Semaver angeboten. Dieser wird mit Wasser gefüllt, im Innenschacht mit Kohle oder elektrisch beheizt. Es werden 2 übereinander passende Teekannen benötigt – die obere kleine Porzellankanne enthält das Teekonzentrat, das durch die Hitze warm gehalten wird; die große untere Kanne speichert das heiße Wasser. In der kleinen Kanne werden die Teeblätter zuerst mit lauwarmem Wasser abgespült (der Tee wird gewaschen). Dann werden beide Kannen übereinander gestellt, das Wasser wird erwärmt und die Teeblätter können ihr Aroma allmählich entfalten. Das kochend heiße Wasser wird in die Porzellankanne gegossen und wieder wird die untere Kanne mit kaltem Wasser gefüllt und langsam aufgekocht. Nach 15 – 20 Minuten Ziehzeit ist der starke Tee fertig. Der Tee wird durch ein Teesieb in tulpenförmige, kleine Teegläser gegossen.

Die Zeremonie zu Hause
In privaten Haushalten wird der Caydanlik gebraucht, bei dem das Wasser in einem Kessel am Küchenherd erhitzt wird und daher einfacher in Handhabung und Wartung ist. Zum Tee wird gerne frischer „Kek“ (Trockenkuchen), Kurabiye (Gebäck) oder Blätterteigtaschen gefüllt mit Schafskäse oder Faschiertem gereicht.