Ostfriesentee – so trinkt ihr ihn richtig | Tradition & Teegenuss
Kräftig im Geschmack, reich an Tradition: Ostfriesentee begleitet die Menschen in Ostfriesland seit dem 18. Jahrhundert durch den Alltag. Daraus entstand die Teetied – die ostfriesische Teestunde. Höchste Zeit, sie auch bei euch einziehen zu lassen!
Tee wird in Ostfriesland nicht einfach serviert – er ist eine Willkommensgeste, die Gäste eigentlich nicht ablehnen können. Und erst nach der dritten Tasse wird der Löffel dezent in die leere Tasse gelegt. Das ist das stille Zeichen: Danke, ich mag nicht mehr.
Was dahinter steckt – und wie ihr Ostfriesentee richtig zubereitet – gibt's hier zum Nachlesen!
Was ist Ostfriesentee eigentlich?
Ostfriesentee ist keine einzelne Sorte, sondern eine kräftige Schwarztee-Mischung, traditionell auf Basis aromatischer Assamtees. Der Grund ist ganz pragmatisch: Ein Assam bleibt auch bei härterem Wasser vollmundig und ausdrucksstark – perfekt für Kandis und Sahne.
Zur Teetied gehören immer drei Dinge:
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Starker Tee
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Kluntje (große Kandisstücke)
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Rohm (Obers, also Sahne)
Die Ostfriesen bringen es auf den Punkt:
„Tee as Ölje, Kluntje as’n Sliepsteen un Rohm as’n Wulkje.“
Tee so dunkel und stark wie Öl, Kandis so groß wie ein Schleifstein und Sahne wie ein Wölkchen.
Seit 2016 zählt die ostfriesische Teekultur sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe!
So bereitet ihr Ostfriesentee richtig zu
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Teekanne mit heißem Wasser vorwärmen
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Ostfriesen dosieren meist der Nase nach: Pro Tasse 1 Teelöffel Ostfriesentee + 1 extra für die Kanne
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Mit sprudelnd kochendem Wasser (100 °C) aufgießen
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3–5 Minuten ziehen lassen – je nachdem, wie kräftig ihr ihn mögt
Jetzt kommt der charakteristische Teil:
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Ein großes Stück Kluntje in die leere Tasse legen
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Tee darüber gießen – der Kandis soll dabei hörbar knacken
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Den Sahnelöffel kurz im heißen Tee erwärmen
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Dann das Obers vorsichtig am Rand der Tasse hineingeben
Wenn alles passt, steigen so kleine weiße Wulkje (Wölkchen) auf.
Jetzt das wichtigste: Nicht umrühren! So entsteht das typische dreifache Geschmackserlebnis: Zuerst die Milde der Sahne, dann die Herbheit des Tees – und zum Schluss die Süße des Kandis.
Unsere drei Ostfriesenmischungen – welcher Tee passt zu euch?
Alle drei sind typisch ostfriesisch: kräftige Schwarztees, gemacht für Kluntje & Obers. Der Unterschied liegt im Charakter:
☕ Original Ostfriesen Broken
nachbitternd | mild würzig | vollmundig
Diese Broken Mischung kennen wir von unseren Freundinnen und Freunden aus Ostfriesland – und genau so schmeckt sie auch: kräftig, vollmundig und mit leicht nachbitterndem Abgang. Perfekt für alle, die ihren Tee stark mögen und gerne klassisch mit Sahne genießen. Ideal für den Morgen oder als Wachmacher am Nachmittag.
☕ Ostfriesen Blatt
mild würzig | dezent herb | sanft
Der typische Tee nach ostfriesischer Art: sanfter im Auftritt, mild würzig und dezent herb mit goldbrauner Tassenfarbe. Ein wunderbarer Begleiter für die Teetied zwischendurch – besonders fein mit Obers und Kluntje.
☕ Ostfriesischer Sonntagstee
malzig | kraftvoll | Vanille
Hier trifft ostfriesische Gemütlichkeit auf feine Vanillenoten. Würziger schwarzer Tee, veredelt mit echter Vanille und Vanille-Aromen – kraftvoll, malzig und wunderbar rund. Für alle, die es gerne etwas weicher mögen oder sich am Wochenende ein besonderes Tässchen gönnen.
Unser Tipp: Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt – startet klassisch mit dem Ostfriesen Blatt und tastet euch von dort vor!
Lust auf mehr Teekultur? Dann reist mit uns weiter durch die Welt des Tees:
Von der japanischen Matcha-Zeremonie über britischen Afternoon Tea bis hin zum marokkanischen Minztee – jede Region hat ihre ganz eigenen Rituale. Entdeckt sie hier:
→ Japanische Teekultur
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