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Kombucha selber machen – Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Drei Glasflaschen gefüllt mit Kombucha
Kombucha zubereiten
Geschrieben von Sonja
Veröffentlicht am 20. Juli 2026
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Allgemeines Tee Welt

Nachdem wir im ersten Teil unserer Kombucha-Serie erklärt haben, was Kombucha ist und warum hochwertiger Tee die Grundlage für dieses besondere Getränk bildet, geht es nun an die Praxis.

Die gute Nachricht: Kombucha selbst herzustellen ist einfacher, als viele zunächst vermuten. Mit wenigen Zutaten, etwas Geduld und einer aktiven Kombucha-Kultur entsteht ein erfrischendes Getränk, das sich ganz nach dem eigenen Geschmack entwickeln lässt.

 

Warum Kombucha selbst herstellen?

Selbst gemachter Kombucha bietet etwas, das gekaufte Produkte nur selten erreichen: Ihr entscheidet selbst über Zutaten, Fermentationsdauer und Geschmack.

Ob kräftig mit Schwarztee, frisch mit Grüntee oder später verfeinert mit Früchten oder Gewürzen – jede Charge entwickelt ihren eigenen Charakter.

Außerdem macht es einfach Freude, den Fermentationsprozess zu beobachten und Schritt für Schritt zu erleben, wie aus Tee ein völlig neues Getränk entsteht.
 

Das braucht Ihr für Kombucha

Die Zutatenliste ist erfreulich überschaubar.

Zutaten

  • 1 Liter Wasser
  • 8–10 g Tee (oder 3–4 Teebeutel)
  • 60g Zucker
  • 1 SCOBY
  • etwa 100 ml Ansatzflüssigkeit (fertiger Kombucha)

Die Ansatzflüssigkeit sorgt dafür, dass der pH-Wert von Beginn an niedrig genug ist und sich die gewünschten Mikroorganismen gut entwickeln können.
 

Das passende Zubehör

Für die Herstellung benötigt Ihr kein spezielles Fermentations-Equipment.

Hilfreich sind:

  • hitzebeständiges Glasgefäß (ca. 1,5–2 Liter)
  • Teesieb
  • Holz- oder Kunststofflöffel
  • Stofftuch oder Kaffeefilter
  • Gummiband
  • Glasflaschen zum Abfüllen

Wichtig ist vor allem, sauber zu arbeiten und das Fermentationsgefäß nicht luftdicht zu verschließen. Während der Fermentation benötigt der SCOBY Sauerstoff.

Schritt 1 – Tee zubereiten

Am Anfang steht ein kräftiger Tee.

Brüht den Tee wie gewohnt mit heißem Wasser auf und lasst ihn entsprechend der jeweiligen Empfehlung ziehen.

Anschließend werden die Teeblätter oder Teebeutel entfernt.

Der Tee bildet die Grundlage für Geschmack und Fermentation. Deshalb lohnt es sich, hochwertige Tees zu verwenden.

Gut zu wissen: Welche Tees sich besonders gut für Kombucha eignen, zeigen wir ausführlich im nächsten Teil unserer Serie.

Schritt 2 – Zucker einrühren

Solange der Tee noch heiß ist, wird der Zucker vollständig eingerührt.

Keine Sorge: Der Zucker dient nicht nur der Süße.

Er ist die wichtigste Energiequelle für Hefen und Bakterien während der Fermentation.

Ohne Zucker kann sich die Kultur nicht ausreichend entwickeln.
 

Schritt 3 – Den Tee vollständig abkühlen lassen

Bevor der SCOBY eingesetzt wird, muss der Tee vollständig auf Raumtemperatur abgekühlt sein.

Zu heißer Tee kann die Mikroorganismen schädigen oder sogar abtöten.

Geduld zahlt sich hier aus.
 

Schritt 4 – SCOBY und Ansatzflüssigkeit hinzufügen

Jetzt kommt der spannendste Moment.

Gebt zunächst die Ansatzflüssigkeit in den Tee.

Anschließend legt Ihr den SCOBY vorsichtig auf die Oberfläche.

Keine Sorge, wenn er absinkt oder schräg liegt.

Das ist völlig normal.

Während der Fermentation bildet sich ohnehin eine neue Kultur an der Oberfläche.
 

Schritt 5 – Die Fermentation beginnt

Deckt das Gefäß mit einem sauberen Stofftuch oder einem Kaffeefilter ab und befestigt es mit einem Gummiband.

Anschließend stellt Ihr das Glas an einen ruhigen Ort.

Ideal sind:

  • Raumtemperatur zwischen 22 und 27 °C
  • keine direkte Sonneneinstrahlung
  • möglichst wenig Erschütterungen

Nun beginnt die eigentliche Fermentation.

Je nach Temperatur entwickelt sich der Geschmack innerhalb von etwa 7 bis 14 Tagen.
 

Schritt 6 – Den Geschmack testen

Nach ungefähr einer Woche lohnt sich die erste Geschmacksprobe.

Am besten verwendet Ihr dafür einen sauberen Strohhalm oder einen kleinen Löffel.

Ist der Kombucha noch sehr süß, darf er weiter fermentieren.

Mit jedem weiteren Tag nimmt die Säure meist etwas zu.

Wann der Kombucha fertig ist, entscheidet letztlich Euer persönlicher Geschmack.
 

Schritt 7 – Abfüllen

Sobald Euch der Geschmack gefällt, wird der Kombucha in saubere Glasflaschen abgefüllt.

Vergesst dabei nicht, etwas Kombucha als Ansatzflüssigkeit für den nächsten Ansatz zurückzubehalten.

Auch der SCOBY wird wiederverwendet.

Beides bildet die Grundlage für die nächste Fermentation.


Was passiert während der Fermentation?

Auch wenn Fermentation zunächst kompliziert klingt, läuft sie nach einem einfachen Prinzip ab. Die Hefen nutzen einen Teil des Zuckers als Energiequelle. Dabei entstehen unter anderem Kohlendioxid und Alkohol. Anschließend wandeln Essigsäurebakterien einen Teil dieses Alkohols in organische Säuren um. Dadurch entwickelt Kombucha seinen typisch leicht säuerlichen Geschmack.

Die genaue Zusammensetzung verändert sich während der gesamten Fermentation ständig und hängt unter anderem von Temperatur, Fermentationsdauer und den verwendeten Zutaten ab.
 

Woran erkennt Ihr, dass alles gut läuft?

Viele Einsteiger sind unsicher, ob ihre Fermentation funktioniert.

Folgende Veränderungen sind völlig normal:

  • auf der Oberfläche bildet sich eine neue SCOBY-Schicht
  • kleine Bläschen steigen auf
  • der Geruch wird leicht säuerlich
  • der Geschmack verändert sich täglich

Diese Veränderungen zeigen, dass die Mikroorganismen aktiv arbeiten.
 

Wann solltet Ihr vorsichtig sein?

Nicht jede Veränderung ist problematisch.

Es gibt jedoch einige Anzeichen, bei denen Ihr den Ansatz entsorgen solltet.

Dazu gehören:

  • pelziger Schimmel
  • grüne, schwarze oder blaue Flecken
  • unangenehmer fauliger Geruch

Ein gesunder SCOBY kann unterschiedlich aussehen.

Schimmel dagegen ist niemals normal.

Wie Ihr Schimmel sicher erkennt und welche Veränderungen völlig unbedenklich sind, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „SCOBY einfach erklärt“.
 

Tipps für den ersten Kombucha

Gerade am Anfang gilt:

  • lieber einfach starten als zu viel perfektionieren wollen
  • sauber arbeiten
  • Geduld haben
  • regelmäßig probieren
  • jede Charge dokumentieren

Viele erfahrene Kombucha-Fans führen sogar kleine Notizen über Teesorte, Temperatur und Fermentationsdauer.

So lässt sich später leicht nachvollziehen, welche Kombination besonders gut gelungen ist.
 

Fazit

Kombucha selbst herzustellen ist kein Hexenwerk. Mit Tee, Wasser, Zucker, einem SCOBY und etwas Geduld entsteht ein Getränk, das sich immer wieder neu entdecken lässt.

Gerade für Teefreunde bietet die Fermentation spannende Möglichkeiten, bekannte Teesorten aus einer ganz neuen Perspektive kennenzulernen.

Im nächsten Teil unserer Serie werfen wir deshalb einen genaueren Blick auf den wichtigsten Bestandteil jedes Kombuchas: den Tee.

Wir zeigen, welche Teesorten sich besonders gut eignen, welche Unterschiede zwischen Schwarztee, Grüntee und Oolong bestehen und worauf Ihr bei der Auswahl achten solltet.