Die 10 häufigsten Fehler bei der Kombucha-Herstellung – und wie Ihr sie vermeidet
Die ersten Schritte bei der Kombucha-Herstellung sind oft mit vielen Fragen verbunden. Ist der SCOBY gesund?
Warum schmeckt der Kombucha so sauer? Darf der Tee noch warm sein? Die gute Nachricht: Die meisten Probleme lassen sich mit ein paar einfachen Grundregeln vermeiden. In diesem Beitrag zeigen wir Euch die häufigsten Fehler bei der Kombucha-Herstellung und geben praktische Tipps, damit Euer nächster Ansatz gelingt.
Fehler 1: Der Tee ist noch zu heiß
Nach dem Aufbrühen sollte der Tee vollständig auf Raumtemperatur abkühlen, bevor Ihr den SCOBY und die Ansatzflüssigkeit hinzufügt.
Ist der Tee noch zu heiß, können die empfindlichen Mikroorganismen geschädigt oder sogar abgetötet werden. Dadurch kommt die Fermentation nicht richtig in Gang oder bleibt ganz aus.
Unser Tipp: Lasst den gesüßten Tee vollständig abkühlen. Erst dann kommen SCOBY und Ansatzflüssigkeit hinzu.
Fehler 2: Zu wenig oder zu viel Zucker
Zucker ist ein fester Bestandteil der Kombucha-Herstellung. Trotzdem versuchen viele Einsteiger, die Zuckermenge zu reduzieren.
Dabei dient der Zucker in erster Linie als Nahrung für Hefen und Bakterien. Während der Fermentation wird ein Teil davon umgewandelt.
Wird deutlich zu wenig Zucker verwendet, kann sich die Kultur schlechter entwickeln. Zu viel Zucker verändert dagegen den Fermentationsprozess und den späteren Geschmack.
Unser Tipp: Haltet Euch zunächst an bewährte Grundrezepte. Experimentieren könnt Ihr später immer noch.
Fehler 3: Der falsche Tee
Nicht jeder Tee eignet sich gleichermaßen für Kombucha.
Für die Fermentation empfehlen sich klassische Tees der Teepflanze (Camellia sinensis), beispielsweise Schwarztee oder Grüntee.
Kräuter- und Früchtetees besitzen eine andere Zusammensetzung und werden daher häufig erst nach der ersten Fermentation zum Aromatisieren verwendet.
Mehr dazu erfahrt Ihr in unserem Beitrag „Welcher Tee eignet sich für Kombucha?“
Fehler 4: Schimmel mit Hefen verwechseln
Dieser Fehler sorgt wahrscheinlich für die größte Unsicherheit.
Während der Fermentation können sich braune Hefefäden, Bläschen oder eine neue SCOBY-Schicht bilden. Diese Veränderungen sind in der Regel völlig normal.
Schimmel erkennt Ihr dagegen meist an:
- flauschigen Belägen
- grünen, schwarzen oder blauen Flecken
- einem pelzigen Aussehen
Im Gegensatz zu Hefefäden sitzt Schimmel fast immer trocken auf der Oberfläche.
Unser Tipp: Im Zweifel lieber entsorgen. Sicherheit geht vor.
Fehler 5: Zu wenig Geduld
Viele möchten den Kombucha bereits nach wenigen Tagen probieren.
Doch jede Fermentation verläuft unterschiedlich.
Temperatur, Tee und Kultur beeinflussen, wie schnell sich Geschmack und Säure entwickeln.
Meist dauert die erste Fermentation etwa 7 bis 14 Tage.
Unser Tipp: Probiert den Kombucha nach etwa einer Woche täglich. So findet Ihr den Zeitpunkt, der Eurem Geschmack am besten entspricht.
Fehler 6: Das Gefäß luftdicht verschließen
Ein häufiger Irrtum besteht darin, das Fermentationsgefäß mit einem Schraubdeckel zu verschließen.
Während der ersten Fermentation benötigt der SCOBY jedoch Sauerstoff.
Deshalb sollte das Glas lediglich mit einem sauberen Stofftuch oder Kaffeefilter abgedeckt und mit einem Gummiband fixiert werden.
So bleibt die Kultur geschützt und kann gleichzeitig atmen.
Fehler 7: Unsauberes Arbeiten
Bei jeder Fermentation spielt Hygiene eine wichtige Rolle.
Unsauberes Zubehör oder verschmutzte Gläser erhöhen das Risiko unerwünschter Mikroorganismen.
Das bedeutet nicht, dass Ihr steril arbeiten müsst.
Saubere Hände, gründlich gereinigte Gläser und saubere Küchenutensilien reichen in der Regel vollkommen aus.
Fehler 8: Der SCOBY sinkt auf den Boden
Viele Einsteiger glauben, ihr SCOBY sei kaputt, wenn er nicht auf der Oberfläche schwimmt.
Tatsächlich ist das vollkommen normal.
Ein SCOBY kann:
- oben schwimmen
- schräg im Glas liegen
- seitlich treiben
- vollständig absinken
Während der Fermentation bildet sich ohnehin meist eine neue Zelluloseschicht an der Oberfläche.
Die Position des ursprünglichen SCOBY spielt daher kaum eine Rolle.
Fehler 9: Der falsche Standort
Auch der Standort beeinflusst die Fermentation. Zu niedrige Temperaturen verlangsamen die Aktivität der Mikroorganismen deutlich. Zu hohe Temperaturen können den Fermentationsprozess dagegen beschleunigen und den Geschmack verändern.
Ideal sind:
- 22 bis 27 °C
- keine direkte Sonneneinstrahlung
- möglichst gleichmäßige Temperaturen
- ein ruhiger Standort ohne häufiges Umstellen
Fehler 10: Zu früh mit der zweiten Fermentation beginnen
Viele möchten ihrem Kombucha möglichst schnell Kohlensäure und zusätzliche Aromen verleihen.
Die zweite Fermentation sollte jedoch erst beginnen, wenn die erste Fermentation abgeschlossen ist und Euch der Grundgeschmack gefällt.
Erst anschließend werden Früchte, Kräuter oder Gewürze ergänzt.
Wie die zweite Fermentation funktioniert und wie natürliche Kohlensäure entsteht, erklären wir im nächsten Teil unserer Kombucha-Serie.
Die häufigsten Fragen auf einen Blick
Warum schimmelt mein Kombucha?
Schimmel entsteht häufig durch Verunreinigungen oder ungünstige Bedingungen während der Fermentation. Typisch sind pelzige, grüne, schwarze oder blaue Flecken auf der Oberfläche.
Mein SCOBY ist braun. Ist das normal?
Ja. Braune Verfärbungen oder Hefefäden sind bei einem gesunden SCOBY völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Warum schmeckt mein Kombucha nach Essig?
Fermentiert Kombucha sehr lange, entstehen mehr organische Säuren. Dadurch wird das Getränk zunehmend saurer und kann schließlich deutlich an Essig erinnern.
Warum bildet sich keine Kohlensäure?
Während der ersten Fermentation entweicht das Kohlendioxid durch das luftdurchlässige Tuch. Die typische Kohlensäure entsteht meist erst während der zweiten Fermentation in verschlossenen Flaschen.
Kann ich einen misslungenen Ansatz retten?
Das hängt von der Ursache ab. Schmeckt der Kombucha lediglich zu sauer, lässt er sich oft noch als Ansatzflüssigkeit für den nächsten Fermentationsdurchgang verwenden. Zeigt der Ansatz jedoch Schimmel oder riecht faulig, solltet Ihr ihn vollständig entsorgen.
Fazit
Die meisten Fehler bei der Kombucha-Herstellung lassen sich leicht vermeiden. Ein hochwertiger Tee, ausreichend Zucker, sauberes Arbeiten und etwas Geduld schaffen die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fermentation.
Lasst Euch deshalb nicht verunsichern, wenn Euer erster SCOBY anders aussieht als erwartet oder der Geschmack sich von Tag zu Tag verändert. Genau diese Veränderungen gehören zum Fermentationsprozess dazu.
Im nächsten und letzten Teil unserer Serie zeigen wir Euch, wie Ihr Euren Kombucha mit einer zweiten Fermentation verfeinert und auf natürliche Weise mehr Kohlensäure sowie spannende Fruchtaromen entwickelt.